Vatican Cycles

Es scheint schon fast eine kleine Tradition zu sein, dass namhafte Hersteller im Vatikan vorbeischauen und das aktuelle Oberhaupt der katholischen Kirche zum Radfahren animieren zu wollen:
1979 stattete Colnago Papst Johannes Paul II. gleich mit einem extra für ihn designten goldenen Rennrad aus. Welches er aber nach einem Jahr wieder zurück gab und es für ein im schlichten Weiß gehaltenes, auf die Gegebenheiten in Castelo Gondolfo angepasseten, Rad umtauschte. 1983 versuchte Campagnolo dem Papst das Rennradfahren abermals schmackhaft zu machen und präsentierte ihm ihre zum 50. jährigen Firemjubiläum auferlegte neue  Schaltgruppe. 1984 ein letzter Versuch vom französischen Hersteller Bertrand, ebenfalls mit einem in weiß gehaltenen und mit goldenen Komponenten ausgestatteten Rennrad. Doch Pauls Begeisterung für Räder schien auf dem Tiefpunkt geraten zu sein.
Ob Papst Benedikt XVI. jemals auf sein 2006 geschenktes italienisches Wilier oder auf das 2007 von Antonio Cermenati überreichte Ghisallo Holzbike gestiegen ist, darf bezweifelt werden. Nach Aussage des Dompfarrers Claudius Stoffel sei dieser in seinem ganzen Leben noch nie Fahrrad gefahren und wolle dies in seinem Alter auch nicht mehr anfangen.
Mehr Hoffnung besteht das schon beim aktuellen Papst Franziskus, welcher ja zu einer eher weltlichen Lebensweise tendiert. Sein Papa-eBike kommt aus Deutschland und wurde ihm von Daimler im Juli übergeben.

btw: 1876 gründete Colonel Albert A. Pope in Connecticut die Fahrradmanufaktur Pope Manufacturing Company. Pope kaufte in den darauf folgenden Jahrzehnten etliche Fahrradpatente. Damit beschnitt er die Möglichkeiten anderer US-Fahrradhersteller und machte ein Vermögen mit den fälligen Lizenzgebühren. Außerdem machte sich im Jahr 1884 der Engländer Thomas Stevens mit einem Pope-Hochrad von Chicago aus als erster Mensch mit einem Fahrrad auf den Weg zu einer Weltumrundung, die über zweieinhalb Jahre dauerte.

Amen.

 

Vatocam Cycles

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